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Die "Hall of Fame" der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften

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In der Hall of Fame werden Abschlussarbeiten gewürdigt, die durch ihre inhaltliche und methodische Qualität, durch den besonderen Gegenstand, durch ihren treffsicheren Praxisbezug, durch das Engagement, das in der Bearbeitung deutlich wird, besonders auffallen und aus den mit "sehr gut" benoteten Arbeiten herausragen.


Wir gratulieren den am 13. April 2013 ausgezeichneten Absolventinnen:


Chehata/Frese/Thimmel
Kirstin Frese, "Partizipation und Aneignungsprozesse von Jugendlichen im Kölner Stadtteil Kalk.
Eine qualitative Analyse der Lebenswelt von Jugendlichen im Sozialraum Kalk-Nord."
(Bachelor-Thesis, BetreuerIn: Thimmel/Chehata)

Frau Frese befasst sich in ihrer Arbeit mit lokalen Besonderheiten in Köln-Kalk und deren Auswirkungen auf das Erwachsenwerden und die Sozialisation von Jugendlichen in diesem Stadtteil. Darüber hinaus geht sie der Frage nach, wie Jugendliche sich dort ihren Sozialraum, die Straße und Plätze aneignen und diese nutzen - oder auch nicht nutzen.
Eingangs stellt sei anhand umfangreicher Literatur die mit diesem Lebensabschnitt verbundenen Bedingungen und die zu meisternden Lernaufgaben für Jugendliche beiderlei Geschlechts dar, um diese Erkenntnisse dann mit den lokalen Bedingungen vor Ort lebender Jugendlicher in Verbindung zu setzen. Sehr ausführlich, sehr umfangreich.

Die Arbeit zeichnet sich durch einen hohen Fließ aus – aber: das allein ist noch kein Qualitätskriterium.

  • Die umfangreiche und themenbezogene Literaturrecherche und weitreichende Literaturarbeit, die Entwicklung der Leitfragen für die Einzel- und Gruppeninterviews,
  • eine aussagekräftige Fotodokumentation sowie
  • die Visualisierung der Lebenswelt der befragten Jugendlichen mit Hilfe der Nadelmethode zeigen die intensive theoretische Vor- und Dokumentationsarbeit, die sie geleistet hat, noch bevor sie sich im Feld dem eigentlichen Forschungsgegenstand, den Jugendlichen im Stadtteil, gewidmet hat.

Sie hat sich für ihre Bachelor-Thesis ein originelles Forschungobjekt gesucht und hat den Schneid gehabt, mit diesem -ihrem Forschungsgegenstand- im Feld in Dialog zu treten, eingedenk der Möglichkeit des Scheiterns. Erfreulicherweise ist dieser Teil, die konkrete Interviewarbeit mit den Jugendlichen, Gespräche über deren Leben in Kalk, über ihre Plätze, an denen sie sich treffen, über die Themen die sie bewegen, dann aber doch erfolgreich verlaufen. Die Jugendlichen waren sehr bereit, haben sich auf die Interviews eingelassen und von ihrem Leben berichtet.

Die anschließende Transkription der Tonbandprotokolle sowie die Auswertung und Interpretation der Ergebnisse waren wiederum eine sehr mühevolle und Ausdauer fordernde Tätigkeit, die sie mit gutem Erfolg gemeistert hat.

Die Arbeit wurde von uns insbesondere aufgrund des kreativen und soliden Herangehens an die Forschungsaufgabe und der, für eine Bachelor-Thesis, auffallend ausgereiften qualitativen Erhebung prämiert.



Lohrentz/Kammer/Mergner
Frau Kammer, „Professionalisierung in der Kindertagespflege“
(Master-Thesis, BetreuerIn: Lohrentz/Mergner)

Frau Kammer setzt sich in ihrer MA-Thesis mit dem Titel „Professionalisierung in der Kindertagespflege“ mit den rechtlichen und berufspolitischen Rahmenbedingungen der Elementarbildung, insbesondere im Bereich der Pflege und Betreuung von Kindern unter 3 Jahren auseinander. Das Thema ist im Hinblick auf den bevorstehenden Rechtsanspruch auf U3-Betreuung und die damit verbundene Ausweitung der Kindertagespflege von besonderer Aktualität.
Sie arbeitet die gegenwärtige Rechtslage und die Qualifizierungspraxis mit kritischer Perspektive auf und entwickelt eigene Vorschläge für die Weiterentwicklung des für den Elementarbereich relevanten Kinder- und Jugendhilferechts. Darüber hinaus stellt sie das Instrumentarium zur Qualitätssicherung umfassen dar und erarbeitet Vorschläge für die Einführung eines Berufsprofils für die Kindertagespflege.
Die Arbeit genügt hinsichtlich der äußeren Form, Struktur und vor allem mit Blick auf die Leserführung hohen Ansprüchen. Das Thema ist umfassend recherchiert, sodass die Anschlussfähigkeit an aktuelle Entwicklungen und Diskurse im Elementarbereich gegeben ist.
Fazit: Eine sehr gute Arbeit mit großen Stärken in der Beschreibung und Weiterentwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen für die U3-Betreuung.
Besonders hervorzuheben sind des Weiteren:

  • der deutlich erkennbare Anspruch auf der Basis umfassender Recherchen eigene Konzepte und Verbesserungsvorschläge zu entwickeln, was in weiten Teilen auch gelingt
  • die Wahl einer aktuellen Problemstellung, die systematisch analysiert und auf Weiterentwicklungsmöglichkeiten hin geprüft wird
  • der Anspruch mit der theoretischen Arbeit die strukturellen Rahmenbedingungen der Praxis zu beeinflussen (im Sinne eines Theorie-Praxis-Transfers)
  • die zentralen Fragen der Arbeit werden eindeutig benannt und im Fazit/Ausblick beantwortet
  • der Nachweis umfassender Kenntnisse im Kinder- und Jugendhilferecht und Qualitätsmanagement in der Elementarpädagogik wir erbracht
  • die leserfreundliche Gestaltung, z.B. durch Auflistung von Schlagwörtern neben den Absätzen und Kapiteln


Mergner/Weber/Ohnemüller
Nicola Camilla Weber, „Platte machen mit Hund – Zur Bedeutung des Hundes von Mädchen und jungen Frauen mit dem Lebensmittelpunkt Straße“
(Bachelor-Thesis, Betreuer: Mergner/Ohnemüller)

Frau Nicola Camilla Weber wird für ihre herausragende Leistung bei der Erstellung ihrer Bachelor-Thesis gewürdigt. Sie hat in ihrer Arbeit ein noch relativ unerforschtes Gebiet der Sozialen Arbeit betrachtet und dabei ihr Wissen und ihre Praxiserkenntnisse aus dem Studium auf eine besondere Weise mit aktuellen Forschungsergebnissen und Entwicklungen im Feld der Wohnungslosenhilfe kombiniert. Dabei hat sie, trotz der schwer erfassbaren und quantifizierbaren Zielgruppe, durch die Kombination von Erklärungsansätzen verschiedener Disziplinen und der nachvollziehbar strukturierten Ausführung ihrer Gedankengänge die Lesenden argumentativ vorbildlich durch die Thesis geführt. Damit hat Frau Weber durch die Entwicklung eigener fachlicher Gedanken zu Ursachen und Wirkungszusammenhängen bei jungen Frauen mit dem Lebensmittelpunkt Straße das übliche Maß einer Bachelorthesis deutlich übertroffen.

Frau Weber ist es gelungen, die mädchen- und frauenspezifischer Ursachen für ein Leben auf der Straße mit ihren typischen Notlagen und Risikofaktoren zu beschreiben und die Notwendigkeit einer gendersensitiven Betrachtung dieses Phänomens stichhaltig zu begründen. Darüber hinaus wird den Lesenden durch die Beleuchtung der speziellen Kommunikationsmechanismen der Hund- Mensch -Interaktion sowie anderer Funktionen eines Hundes beim Leben auf der Straße die Bedeutung des Tieres als Substitut für unerfüllte emotionale und soziale Bedürfnisse näher gebracht. Es werden jedoch nicht nur positive Aspekte betrachtet - Frau Weber skizziert durch das Aufzeigen kritisch zu bewertender Faktoren dieser sozialen Symbiose auch Risiken und Gefahren für die jungen Frauen und ihrer weiteren Entwicklung.
Die Erkenntnisse der Thesis bleiben jedoch nicht auf allgemeinem Niveau stehen, sondern bilden durch konkrete Forderungen an Einrichtungen, Angebotsformen sowie SozialarbeiterInnen vor Ort eine beachtenswerte und innovative Basis für die Verbesserung von Handlungsabläufen und -aufträgen im untersuchten Praxisfeld.
Damit hat sich Frau Weber für die Aufnahme in die „Hall-of-Fame“ qualifiziert, damit auch andere Studierende von ihrer herausragenden Leistung profitieren können.



(Fotos: Costa Belibasakis/FH Köln)
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